Jedes Jahr können Autofahrer durch einen Wechsel der Kfz-Versicherung mehrere hundert Euro sparen. Die Beiträge variieren zwischen den Versicherern erheblich – bei gleichen Leistungen können die Unterschiede bis zu 50% betragen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, wann und wie Sie Ihre Kfz-Versicherung am besten wechseln, welche Fristen Sie beachten müssen und worauf Sie beim Vergleich achten sollten.

Der richtige Zeitpunkt zum Wechseln: Stichtag 30. November

Die meisten Kfz-Versicherungsverträge in Deutschland haben eine Laufzeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Vertragsende. Das bedeutet: Ihre Kündigung muss spätestens am 30. November beim Versicherer eingehen, damit der Vertrag zum Jahresende endet.

Beachten Sie: Es zählt nicht das Absendedatum, sondern das Datum des Eingangs beim Versicherer. Bei einer Kündigung per Post sollten Sie daher einige Tage Puffer einplanen. Sicherer ist die Kündigung per E-Mail mit Lesebestätigung oder über das Online-Portal Ihres Versicherers.

Wichtige Termine für den Versicherungswechsel 2026
Oktober/November: Vergleichen

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30. November: Stichtag

Kündigung muss beim alten Versicherer eingegangen sein

Dezember: Neuen Vertrag abschließen

Abschluss bei neuem Versicherer, eVB-Nummer erhalten

1. Januar: Neuer Vertrag beginnt

Nahtloser Übergang ohne Versicherungslücke

Das Sonderkündigungsrecht: Wechsel auch unterjährig möglich

Neben der regulären Kündigung zum Jahresende gibt es mehrere Situationen, in denen Sie ein Sonderkündigungsrecht haben und auch während des Jahres wechseln können:

Beitragserhöhung ohne Leistungsverbesserung
4 Wochen Kündigungsfrist ab Erhalt der Mitteilung
Nach einem Schadenfall
4 Wochen nach Regulierung oder Ablehnung des Schadens
Verkauf des Fahrzeugs
Sofortige Kündigung möglich, Beitrag wird anteilig erstattet
Höherstufung in der Schadenfreiheitsklasse
4 Wochen nach Mitteilung der neuen SF-Klasse

Wichtig bei Beitragserhöhungen

Eine Beitragserhöhung liegt nur vor, wenn der Beitrag bei gleichbleibenden Leistungen steigt. Wird der Beitrag teurer, weil Sie in eine höhere SF-Klasse eingestuft wurden oder sich die Typklasse Ihres Fahrzeugs geändert hat, handelt es sich nicht um eine echte Beitragserhöhung – das Sonderkündigungsrecht greift in diesen Fällen nicht.

Worauf Sie beim Versicherungsvergleich achten sollten

Der günstigste Tarif ist nicht automatisch der beste. Achten Sie auf folgende wichtige Leistungsmerkmale, die den Unterschied im Schadensfall ausmachen können:

Deckungssumme

Mindestens 100 Mio. € pauschal für Personen- und Sachschäden. Bei schweren Unfällen können die Kosten schnell in die Millionen gehen.

Werkstattbindung

Mit Werkstattbindung sparen Sie Beiträge, müssen aber zu Partnerwerkstätten. Ohne haben Sie freie Wahl – wichtig bei Neuwagen mit Garantie.

Selbstbeteiligung

Empfohlen: 150€ bei Teilkasko, 300€ bei Vollkasko. Höhere SB senkt den Beitrag, aber Sie zahlen mehr im Schadensfall.

Fahrerschutz

Wichtige Zusatzleistung: Absicherung des Fahrers bei selbstverschuldeten Unfällen – die Haftpflicht zahlt hier nicht.

Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko?

Die Wahl der richtigen Versicherungsart hängt vom Alter und Wert Ihres Fahrzeugs sowie Ihrer persönlichen Risikobereitschaft ab:

VersicherungsartEmpfohlen fürDeckt ab
Haftpflicht Ältere Fahrzeuge (10+ Jahre) Schäden, die Sie anderen zufügen
Teilkasko Fahrzeuge 5-10 Jahre alt + Diebstahl, Glasbruch, Wildunfall, Unwetter, Marderbiss
Vollkasko Neuwagen, Leasing, Finanzierung + selbstverschuldete Unfälle, Vandalismus, Fahrerflucht

Spartipps: So senken Sie Ihren Beitrag

Mit diesen Maßnahmen können Sie Ihre Kfz-Versicherungsprämie spürbar reduzieren – oft um 20% oder mehr:

Stellplatz: Garage oder Carport angeben
Bis zu 5% Ersparnis – das Fahrzeug ist besser gegen Diebstahl und Witterung geschützt
Kilometerleistung realistisch angeben
Weniger gefahrene Kilometer = geringeres Risiko = günstiger. Aber: Ehrlich bleiben!
Fahrerkreis einschränken
Nur Sie und ggf. Partner als Fahrer? Das kann bis zu 30% sparen
Jährliche Zahlweise wählen
Statt monatlich oder quartalsweise: Bis zu 10% Ersparnis bei Einmalzahlung
Schadenfreiheitsklasse übertragen
Übernehmen Sie die SF-Klasse von Eltern oder Partner (mit deren Einverständnis)
Zweitwagen-Rabatt nutzen
Als Zweitfahrzeug im Haushalt oft bessere Einstufung möglich

Schritt für Schritt: So wechseln Sie richtig

Schritt 1: Aktuellen Vertrag prüfen

Schauen Sie auf Ihre letzte Beitragsrechnung: Welche Leistungen haben Sie? Wann endet der Vertrag? Wie ist Ihre SF-Klasse?

Schritt 2: Tarife vergleichen

Nutzen Sie unseren Vergleichsrechner und vergleichen Sie verschiedene Anbieter mit identischen Leistungen.

Schritt 3: Alten Vertrag kündigen

Schriftliche Kündigung bis spätestens 30. November an den bisherigen Versicherer senden.

Schritt 4: Neuen Vertrag abschließen

Schließen Sie den neuen Vertrag mit Beginn zum 1. Januar ab. Sie erhalten eine eVB-Nummer als Bestätigung.

Schritt 5: eVB bei Zulassungsstelle melden (optional)

In der Regel übermittelt der neue Versicherer die Daten automatisch. Bei Problemen: eVB selbst bei der Zulassungsstelle vorlegen.

Häufige Fragen zum Versicherungswechsel

Häufige Fehler beim Versicherungswechsel vermeiden

Das sollten Sie vermeiden

  • Kündigungsfrist (30. November) verpassen
  • Nur auf den Preis schauen, nicht auf die Leistungen
  • Falsche Angaben machen (z.B. zu niedrige Kilometerleistung)
  • Versicherungslücke riskieren
  • SF-Klasse nicht prüfen lassen

So machen Sie es richtig

  • Früh genug mit dem Vergleich beginnen (Oktober)
  • Leistungen vergleichen, nicht nur Preise
  • Ehrliche Angaben bei Fahrleistung und Stellplatz
  • Kündigungsbestätigung abwarten
  • SF-Klasse im neuen Vertrag kontrollieren

Schlagwörter:

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